Familie und Erbe

Testament — eigenhändig oder notariell errichten

Beim Testament hilft weder eine elektronische Unterschrift noch ein ausgedrucktes Formular. § 2247 BGB verlangt für das eigenhändige Testament eine vom Erblasser eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung — der gesamte Text muss von Hand geschrieben sein. Ein am Computer verfasstes und ausgedrucktes Testament ist nichtig, auch wenn es handschriftlich unterschrieben wurde.

So machen Sie es richtig

Dieses Dokument muss auf eine bestimmte Weise errichtet werden, um wirksam zu sein — es kann hier nicht elektronisch unterschrieben werden. Folgen Sie dem offiziellen Weg unten.

Notar in Ihrer Nähe finden (Bundesnotarkammer) (öffnet in einem neuen Tab)

Über die Vorlage

Deshalb gibt es hier keine Vorlage zum Ausfüllen, sondern eine Anleitung: was hineingehört, welche Formfehler ein Testament wertlos machen und wann der Weg über den Notar der bessere ist.

Voraussetzungen für die Wirksamkeit

  • Der gesamte Text vom Erblasser eigenhändig geschrieben (§ 2247 Abs. 1 BGB)
  • Eigenhändige Unterschrift, möglichst mit Vor- und Familiennamen (§ 2247 Abs. 3 BGB)
  • Angabe von Ort und Datum — eine Soll-Vorschrift, bei Zweifeln aber entscheidend (§ 2247 Abs. 2 und 5 BGB)
  • Wer minderjährig ist oder Geschriebenes nicht lesen kann, muss den Weg über den Notar gehen (§ 2247 Abs. 4, § 2233 BGB)
  • Gemeinschaftliches Testament nur für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner (§§ 2265, 2267 BGB)
  • Alternative: öffentliches Testament zur Niederschrift eines Notars (§ 2232 BGB)

Quelle und Rechtsgrundlage

Der Erblasser kann ein Testament durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten.

§ 2247 BGB — Eigenhändiges Testament (öffnet in einem neuen Tab)

Häufige Fragen

Warum genügt kein ausgedrucktes Testament?
§ 2247 BGB verlangt, dass der Erblasser die Erklärung eigenhändig schreibt. Der Zweck ist die Echtheitsprüfung: an der Handschrift lässt sich später feststellen, ob das Testament wirklich vom Erblasser stammt. Ein getippter Text kann das nicht leisten — er ist nichtig, selbst mit handschriftlicher Unterschrift.
Was muss ich beachten, damit es wirksam ist?
Den gesamten Text von Hand schreiben, mit vollem Namen unterschreiben und Ort und Datum angeben. Formulieren Sie eindeutig, wer Erbe sein soll — eine bloße Aufzählung von Gegenständen führt oft zu Streit darüber, ob jemand Erbe oder nur Vermächtnisnehmer ist. Bewahren Sie es so auf, dass es gefunden wird.
Wann brauche ich einen Notar?
Wenn Sie nicht schreiben können, ist die notarielle Form der einzige Weg. Sinnvoll ist sie außerdem bei größerem oder komplexem Vermögen, Unternehmensbeteiligungen, Auslandsbezug oder Patchwork-Konstellationen — und sie ersetzt später in der Regel den kostenpflichtigen Erbschein.
Kann ich mein Testament ändern?
Ein Einzeltestament jederzeit — durch ein neues Testament oder durch Vernichten des alten. Wechselbezügliche Verfügungen in einem gemeinschaftlichen Testament kann ein Ehegatte zu Lebzeiten des anderen dagegen nur durch notariell beurkundete Erklärung gegenüber dem anderen widerrufen (§ 2271 Abs. 1, § 2296 BGB), nicht einseitig durch ein neues Testament. Nach dem Tod des ersten Ehegatten sind sie grundsätzlich bindend (§ 2271 Abs. 2 BGB) — das wird häufig unterschätzt.
Wie errichten Ehegatten ein gemeinschaftliches Testament?
Nach § 2267 BGB genügt es, wenn ein Ehegatte den gesamten Text eigenhändig schreibt und unterschreibt und der andere die gemeinschaftliche Erklärung eigenhändig mitunterzeichnet — mit Angabe von Ort und Datum seiner Unterschrift. Was für Ehegatten gilt, gilt auch für eingetragene Lebenspartner. Unverheiratete Partner können kein gemeinschaftliches Testament errichten; ihnen bleibt der notarielle Erbvertrag oder je ein eigenes Testament.
Wo bewahre ich das Testament auf?
Am sichersten in der besonderen amtlichen Verwahrung beim Amtsgericht (§ 2248 BGB): das Gericht meldet die Verwahrung an das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer, das im Sterbefall automatisch das Nachlassgericht informiert. Ein zu Hause aufbewahrtes Testament kann nicht registriert werden — es muss gefunden und nach § 2259 BGB beim Nachlassgericht abgeliefert werden. Pflichtteilsansprüche naher Angehöriger (§ 2303 BGB) bleiben in jedem Fall bestehen.

Sie fragen sich, ob eine elektronische Signatur rechtlich hält? Zur elektronischen Signatur →

Weitere Vorlagen

Alle Vorlagen ansehen

Diese Vorlage ist ein allgemeiner Ausgangspunkt und stellt keine Rechtsberatung dar. Prüfen Sie, ob der Inhalt zu Ihrer Situation passt, und holen Sie im Zweifel rechtlichen Rat ein.