Familie und Erbe

Übertragung im Wege der vorweggenommenen Erbfolge (Vorlage)

Wer zu Lebzeiten überträgt, verschiebt damit auch die spätere Erbteilung — allerdings nur, wenn er es sagt. Ohne Bestimmung bei der Zuwendung wird eine gewöhnliche Schenkung weder unter Abkömmlingen ausgeglichen (§ 2050 Abs. 3 BGB) noch auf den Pflichtteil angerechnet (§ 2315 BGB) — nur eine Ausstattung und übermäßige Zuschüsse sind kraft Gesetzes auszugleichen (§ 2050 Abs. 1 und 2 BGB). Genau dieser Satz fehlt in den meisten selbstgeschriebenen Schenkungen, und er ist der Grund für die spätere Auseinandersetzung.

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Über die Vorlage

Die Vorlage ist für Geld, Wertpapiere und bewegliche Werte gedacht, die sofort übergeben oder überwiesen werden, und kann elektronisch unterschrieben werden. Für Grundstücke (§ 311b BGB), GmbH-Anteile oder ein bloßes Schenkungsversprechen ohne sofortige Erfüllung (§ 518 BGB) gilt Beurkundungszwang — dann führt der Weg zum Notar. Dasselbe gilt für einen Pflichtteilsverzicht, der oft mit der Übertragung verbunden wird: er ist nach § 2348 BGB nur notariell möglich und in dieser Vorlage bewusst nicht enthalten.

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Was die Vorlage enthält

  • Übergeber und Empfänger, mit Angabe des Verwandtschaftsverhältnisses
  • Genaue Bezeichnung der Zuwendung und ihres Wertes
  • Ausgleichungsbestimmung nach § 2050 BGB
  • Anrechnungsbestimmung auf den Pflichtteil nach § 2315 BGB
  • Rückforderungsvorbehalte für die typischen Fälle
  • Nießbrauch, Rentenzahlung oder Pflegeverpflichtung als Gegenleistung
  • Hinweise zu Schenkungsteuer und Zehnjahresfrist

So unterschreiben Sie sie mit dem Personalausweis

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    Vorlage herunterladen. Laden Sie vorweggenommene erbfolge als PDF oder Word herunter.

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Quelle und Rechtsgrundlage

Andere Zuwendungen sind zur Ausgleichung zu bringen, wenn der Erblasser dies bei der Zuwendung angeordnet hat.

§ 2050 BGB — Ausgleichungspflicht für Abkömmlinge (öffnet in einem neuen Tab)

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ausgleichung und Anrechnung?
Die Ausgleichung nach § 2050 BGB wirkt zwischen den Abkömmlingen bei der Erbteilung: wer schon etwas bekommen hat, bekommt später entsprechend weniger. Die Anrechnung nach § 2315 BGB wirkt auf den Pflichtteil. Bei gewöhnlichen Schenkungen setzen beide eine Anordnung bei der Zuwendung voraus (§ 2050 Abs. 3, § 2315 Abs. 1 BGB); nachträglich lässt sich die Ausgleichung nur noch durch Testament erreichen, die Anrechnung einseitig gar nicht mehr. Die Vorlage enthält beide Klauseln.
Wann brauche ich trotzdem einen Notar?
Immer bei Grundstücken und Eigentumswohnungen (§ 311b BGB) und bei GmbH-Geschäftsanteilen. Außerdem, wenn nur ein Versprechen abgegeben und noch nicht erfüllt wird: ein Schenkungsversprechen bedarf nach § 518 Abs. 1 BGB der notariellen Beurkundung — der Formmangel wird allerdings durch die tatsächliche Leistung geheilt (§ 518 Abs. 2 BGB). Und schließlich, wenn der Empfänger im Gegenzug auf seinen Pflichtteil verzichten soll: der Pflichtteilsverzicht ist ein Erbverzichtsvertrag und nach § 2348 BGB nur notariell wirksam.
Kann ich die Übertragung rückgängig machen?
Nur in gesetzlich geregelten Ausnahmefällen — etwa bei grobem Undank (§ 530 BGB) oder bei eigener Verarmung (§ 528 BGB) — oder wenn Sie sich das im Vertrag vorbehalten haben. Übliche Vorbehalte: Vorversterben des Empfängers, Insolvenz, Veräußerung ohne Zustimmung, Scheidung des Empfängers. Ohne solche Klauseln ist die Zuwendung endgültig.
Was ist mit Schenkungsteuer?
Freibeträge stehen alle zehn Jahre erneut zur Verfügung; für Kinder ist der Freibetrag deutlich höher als für Nichtverwandte. Auch der Pflichtteilsergänzungsanspruch schmilzt über zehn Jahre ab (§ 2325 Abs. 3 BGB) — aber nur, wenn der Übergeber den Genuss des Gegenstands wirklich aufgibt: behält er sich den Nießbrauch vor, beginnt die Frist nicht zu laufen, und bei Zuwendungen an den Ehegatten beginnt sie nicht vor Auflösung der Ehe. Genau deshalb wird früh übertragen — lassen Sie die Zahlen aber vor der Übertragung steuerlich prüfen.

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Diese Vorlage ist ein allgemeiner Ausgangspunkt und stellt keine Rechtsberatung dar. Prüfen Sie, ob der Inhalt zu Ihrer Situation passt, und holen Sie im Zweifel rechtlichen Rat ein.